Straßenschäden frühzeitig erkennen: Bundesweites Pilotprojekt NIRA

Durch innovative Ansätze können Ebenheitsdaten der Fahrbahn in Echtzeit erhoben werden.

Als Pilotprojekt nutzt die NLStBV hierzu bundesweit als erste Straßenbauverwaltung Daten, die in Echtzeit auf den niedersächsischen Landesstraßen erhoben werden. Die Daten stellen die Ebenheit der Landesstraßen dar. Das Projekt ist vorerst befristet bis zum 30.06.2023.

Zur Nutzung der Daten hat die NLStBV hierzu bundesweit als erste Straßenbauverwaltung eine neue Fachanwendung implementiert. Damit ist ein direkter Zugriff auf tagesaktuelle und historische Daten seit dem 01.01.2021 möglich.

Es werden Informationen aus der Fahrzeugsensorik der Serienfahrzeuge des Volkswagen Konzerns in Echtzeit verarbeitet. Diese bilden die Datengrundlage zur Erfassung der Ebenheit auf Landesstraßen – auch zu den in der Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) nicht erfassten Fahrstreifen.

Die Daten werden bewertet, visualisiert und über das Onlineportal OnKo3 der NLStBV zur Verfügung gestellt. Der Zugriff auf tagesaktuelle sowie historische Daten zur Ebenheit ermöglicht auch den Vergleich mit den Ebenheitsdaten der ZEB.

Von besonderem Interesse ist es darzustellen, wie sich die Ebenheit entwickelt und wie schnell Veränderungen stattfinden. Aus diesen Informationen kann die NLStBV Schäden und mögliche Schadensursachen frühzeitig erkennen, den Erhaltungsbedarf zielgerichtet planen und die Erhaltungsprogramme an die Entwicklung des Zustands anpassen. An Strecken mit hohem Schwerlastverkehr oder besonderen Verbindungsfunktionen lassen sich präventive Maßnahmen ableiten.

Mit dem neuen Datenangebot kann auch untersucht werden, inwieweit klimatische Veränderungen Einfluss auf die Schädigung des Fahrbahnaufbaus haben. Beispielsweise führen die langanhaltenden Hitzewellen mit Trockenperioden und die damit verbundene Absenkung des Grundwassers in den letzten Jahren immer häufiger zu sogenannten Trockenschäden an den Fahrbahnen.